Mit einer feierlichen Grundsteinlegung am Funkenbergquartier in Herne läutete die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein‐Westfalen (HSPV NRW) zusammen mit dem Bauherren Hochtief PPP Solutions GmbH die heiße Bauphase für den neuen Zentralcampus der Hochschule ein.
In einer Zeitkapsel wurden zunächst verschiedene Gegenstände eingeschlossen, vom Grundgesetz über eine aktuelle Tageszeitung bis hin zu den Bauplänen und Steinen aus dem bisherigen Standort in Gelsenkirchen, die dann Oberpolier Wolfgang Schumann in den Grundstein einmauerte. Dabei wurden von den Beteiligten verschiedene Sprüche zu den traditionellen Hammerschlägen verlesen, die dem Bau ein gutes Gelingen und allen Beteiligten Sicherheit und Glück bringen sollen.
Ehrengast war NRW‐Innenminister Herbert Reul, der die Baustelle im Herner Zentrum persönlich inspizierte: „Hier entsteht einer der modernsten Hochschulkomplexe unseres Landes, der unserem Nachwuchs in Polizei und Verwaltung die besten Voraussetzungen zum Lernen, Forschen und Vernetzen bieten wird“, betonte der Minister. „Durch eine solche Lernumgebung profitieren nicht nur die Studierenden und Lehrenden, sondern am Ende wir alle, die wir auf gut ausgebildetes Personal in unseren Behörden angewiesen sind.“ Er bezeichnete den Neubau als das wohl derzeit größte Infrastrukturprojekt des Landes.
Auf einer Fläche von 31.750 Quadratmetern werden ab dem Studienjahr 2027 rund 4.500 Studierende der Polizei, der Kommunal‐ und Landesverwaltungen sowie der Rentenversicherung ihr duales Studium im Herzen von Herne absolvieren. Dazu entstehen ein Lehrgebäude mit 115 Kurs‐ und Schulungsräumen sowie ein Mehrzweckgebäude mit einer Mensa, einem großen Veranstaltungsraum und einer Bibliothek. In einem weiteren Gebäude wird außerdem die Zentralverwaltung der HSPV NRW künftig unterkommen.
„Zum ersten Mal in der fast 50‐jährigen Geschichte unserer Hochschule werden wir einen richtigen Campus‐Komplex haben, der sowohl Studierenden als auch Lehrenden und Mitarbeitenden einen Raum zum gemeinsamen Lernen und Arbeiten bietet “, betonte HSPV‐Präsident Martin Bornträger. „Ich freue mich sehr auf das, was hier entsteht. Es wird ein Meilenstein für unser Hochschulleben und ein Erfolgsfaktor für die zukünftige Entwicklung der Ausbildung sein.“
Durch die Ansiedlung der HSPV NRW wird die Stadt Herne zur neuesten Hochschulstadt in Nordrhein‐Westfalen. Auch die Stadt fiebert dem Lehrbetrieb deshalb entgegen. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell sich dieser ehemalige ‚Lost Place‘ in eine geschäftige Baustelle verwandelt hat. Die neue Hochschule nimmt jetzt für jeden sichtbar Gestalt an“, sagte Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. Die HSPV NRW setze den Startpunkt für eine umfassende Quartiersentwicklung in unmittelbarer Nähe zur Herner Innenstadt, wo ab 2028 mindestens eine weitere wissenschaftliche
Einrichtung ihren Platz haben werde. „Wir legen heute im wahrsten Wortsinne den Grundstein für die Entwicklung Hernes zu einer Wissenschaftsstadt “, betonte das Stadtoberhaupt.
Seit Mitte 2024 wird auf der Baustelle fleißig gebaut, sodass die neue Verbindungsstraße zum Gelände und das Parkhaus bereits Gestalt annehmen. Im Frühjahr 2027 soll der neue Zentralcampus fertiggestellt sein, sodass zum Studienbeginn am 1. September die ersten Studierenden den Campus mit Leben füllen können.