Bergbauära in Herne: Kohleförderung auf elf Zechen

Die Geschichte Hernes, vor allem die Entwicklung zur Großstadt, ist eng mit dem Bergbau verbunden. Denn nur aufgrund der Kohlenzechen, die Arbeit und Einkommen versprachen, kamen Mitte des 19. Jahrhunderts und später die Menschen an die Emscher. Heute noch zeugen viele Bauwerke, Bergmann- und Knappenvereine, Straßennamen und sogar das Herner Stadtwappen von der langen Bergbautradition. Ihr zu Ehren finden Sie in der Navigation in alphabetischer Reihenfolge eine kleine Chronik der Herner Zechen.

Denkmalwürdig und erhaltenswert
Vom einst dominanten Bergbau ist im Stadtbild nur noch zu sehen, was denkmalwürdig und deshalb erhaltenswert war - Erinnerungsstücke aus Stahl und Stein, stille Zeugen der jüngeren Vergangenheit. Die schönen Zechensiedlungen mit Gartenstadtcharakter und menschnfreundlicher Wohnkultur, herrschaftliche Villen aus der Zeit der Koks- und Brikettbarone und stattliche Gründerzeit-Ensembles in den Zentren von Herne und Wanne-Eickel.


Der Bergbau und die Industrie haben Städte wie Herne geprägt. In guter wie in nicht so guter Hinsicht. Deshalb hat sich die Stadt Anfang der 90er Jahre am Landesmodellprogramm "Ökologische Stadt der Zukunft" beteiligt. Zehn arbeitsreiche Jahre lang wurde mit Einfallsreichtum und Millionenaufwand saniert und repariert, was die bedenkenlosen Gründerzeiten an Altlasten hinterlassen hatten. Die Bilanz am Ende dieses ökologischen Jahrzehnts kann sich sehen lassen: Artenreiche Natur- und Landschaftsschutzgebiete, großzügige Grünflächen, innerstädtische Parkanlagen, natürliche Uferlandschaften und wieder munter fließende Bäche sind die deutlich sichtbaren Zeichen im Stadtbild.


Für alle, die in den bergbau-typischen Begriffen nicht so firm sind, hier ein kleines Glossar:

Abteufen:Herstellen und Niederbringen eines Schachtes
Berechtsame: Nutzungsrecht an Grubenfeldern (Bergwerkseigentum)
Bergmannsgezähe, Gezähe: Werkzeuge, die bei bergmännischen Arbeiten benötigt werden (siehe auch: Schlägel und Eisen)
Bewetterung: Versorgung der Grubenanlagen mit Frischluft (Wetterschacht)
Malakow- (auch Malakoff-) Turm: Schachtgebäude, das seit Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts bis etwa 1880 über Schächten errichtet wurde
Mutung: Beantragung der Verleihung eines Abbaufeldes beim Preußischen Oberbergamt
Pütt: Wort für Zeche, Bergwerk und Schachtanlage; stammt wahrscheinlich vom lateinischen puteus = Grube, Brunnen
Schlägel und Eisen: Bergmannsgezähe, Bergmannswappen; rechts das Eisen mit einer Spitze, links der oben etwas gerundete Schlägel; die Stiele der beiden Werkzeuge kreuzen sich.
Schlagwetter: Explosives Gemisch von Luft mit Grubengas
Seilfahrt: Beförderung von Personen im Schacht mit dem Förderkorb
Steinkohlengebirge: Gesamtheit aller Gesteinsschichten, in denen Steinkohlenflöze gefunden werden
Teufe: Tiefe
Waschkaue, Kaue: Gebäude in Schachtnähe, in dem sich die Untertagebelegschaft waschen und umziehen kann
Zeche: Bergwerk; die Bezeichnung Zeche will ausdrücken, dass sich mehrere Personen zusammentun, um mit gemeinsamen Geld ein Bergwerk zu betreiben. Sie alle bezahlten die "Zeche". In dieser Bedeutung wird das Wort heute auch in der Umgangssprache verwendet.