Altersgerechte Quartiersentwicklung

Die Herausforderung

Der demografische Wandel spielt in der Region insgesamt und in Herne im Speziellen eine größere Rolle als in vielen anderen Teilen des Landes. Die Alterung der Bevölkerung hat hier früher eingesetzt und ist schneller vorangeschritten. Bereits heute sind gut ein Viertel aller Hernerinnen und Herner 60 Jahre alt oder älter. In einzelnen Quartieren stellt die Generation 60+ rund 40 Prozent der Bevölkerung dar.

Der Lösungsansatz

Ein vorrangiges Ziel der Stadt Herne muss es deshalb sein, die Voraussetzungen für hohe Lebensqualität in allen Lebensphasen sicherzustellen. Ein wichtiger Baustein: Selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter. Die Gestaltung altersgerechter Quartiere ist hierbei ein wichtiger Ansatz.

Altersgerechte Quartiere sind Wohnquartiere,

  • in denen Menschen Unterstützung und Beratung finden;
  • in denen ein positives Miteinander aller Generationen gelebt wird;
  • in denen es keine Barrieren für gesellschaftliche Teilhabe gibt;
  • in denen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben aller Menschen in vertrauter Umgebung möglich ist.

Mit der Gestaltung altersgerechter Quartiere setzen sich seit Mitte 2016 Fachkräfte verschiedener sozialer Trägerverbände und der Stadt Herne auseinander. Im Rahmen eines Netzwerks „Altersgerechte Quartiersentwicklung in Herne“ tauschen sie sich regelmäßig zu den Bedarfen, Handlungsansätzen und Herausforderungen altersgerechter Quartiersentwicklung aus. Ihr gemeinsames Ziel ist es, gute und nachhaltige Praxismodelle zu entwickeln und diese in Herner Quartieren umzusetzen.

Beispiele Altersgerechter Quartiersentwicklung in Herne

Das Seniorenfrühstück von ASB und Förderwerk dient der Begegnung und fördert den Austausch in Bickern. Auf Einladung der beiden Vereine kommen jeden Monat bis zu 40 Gäste in den Saal des Stadtteilzentrums Pluto an der Wilhelmstraße, um gemeinsam zu frühstücken und sich zu informieren.

Dazu gibt es jedes Mal einen Vortrag zu Themen aus dem Stadtteil, zu Vereinen, Initiativen und Verbänden oder zu Alltagsthemen wie dem Umgang mit neuen Medien oder zur Sicherheit im Straßenverkehr. Auch Filmemacher oder Imker aus der Stadt haben bereits ihre Arbeit vorgestellt.

Die Reihe wurde gemeinsam vom ASB Regionalverband Herne-Gelsenkirchen e.V. und dem Verein Förderwerk e.V. ins Leben gerufen und existiert seit mehr als drei Jahren. Die Gäste beteiligen sich mit einem Beitrag von 3,50 Euro pro Person an den Frühstückskosten, alles Weitere wird von den Vereinen übernommen. Für viele Besucher ist das gemeinsame Frühstück inzwischen ein regelmäßiger Treffpunkt geworden.

Das Quartiersbüro der AWO in Eickel ist im AWO-Seniorenzentrum an der Burgstraße angesiedelt und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit der benachbarten Realschule an der Burg im Projekt „Jung hilft Alt“ zusammen.

Im Rahmen dieses Projektes bieten das Quartiersbüro und die Schülerinnen und Schüler der Realschule eine Einkaufshilfe für ältere Menschen in Eickel an (außer in den Ferien).

Am Montag und Dienstag können Interessierte bei der AWO anrufen, am Dienstagnachmittag kommen die Schüler*innen ins Haus, nehmen den Einkaufszettel sowie das Geld entgegen und erledigen den Einkauf. Wenn jemand seinen Einkauf selbst erledigen möchte, bietet die Einkaufshilfe die Begleitung durch die Schüler*innen an. Die Einkaufshilfe ist für die Menschen im Quartier kostenlos.

„Reparieren statt wegwerfen.“ Das ist das Motto des Reparatur-Cafés in Eickel. Hier haben sie die Gelegenheit, kleinere Reparaturen an Elektrogeräten, an Kleinmöbeln oder Kleidung kostenlos durchführen zu lassen. Das Reparatur-Café ist ein gemeinsames Projekt von AWO-Quartiersbüro und Treffpunkt-Eickel.

Wann und wo findet das Reparatur-Cafés statt? An jedem ersten Freitag im Monat von 17 bis 19 Uhr in der Reichsstraße 66 in Eickel.

Für das Reparatur-Café werden ständig Ehrenamtliche gesucht, die gerne in angenehmer Atmosphäre mitmachen möchten, da es nicht nur um Reparaturen geht, sondern auch der Austausch und das Zusammensitzen wichtig sind.

Interessierte melden sich bitte beim AWO-Quartiersbüro in Eickel, Burgstraße 45, Telefon 0 23 25 / 69 24 60, oder 01 72 / 3 94 48 21.

Das Deutsche Rote Kreuz Herne und Wanne-Eickel bietet in seinem Quartier in Röhlinghausen einen begleitenden Fahrdienst an. Bewohner und Bewohnerinnen können zu unterschiedlichen Aktivitäten begleitet oder gefahren werden. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, zum Besuch des Gottesdienstes, einer kulturellen Veranstaltung, zum Arztbesuch, zum Einkaufen oder zum Geburtstag des Enkelkindes befördert zu werden.

Je nach Bedarf unterstützten die Mitarbeiter bei der Aktivität und begleiten diese.

So sichern wir die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der Isolation und Vereinsamung wird so vorgebeugt.

Rollstuhlgerechte Fahrzeuge stehen zu Verfügung.

Das Café im Altenhilfezentrum bietet täglich einen Mittagstisch an. Unsere Küche hält für sie ein Drei-Gänge-Menü bereit, das aus zwei Varianten ausgewählt werden kann. In angenehmer Atmosphäre treffen sich zum gemeinsamen Essen viele Stammgäste, neue Gesichter werden gerne aufgenommen.

Das Ziel ist es, in Gemeinschaft zu essen, Kontakte zu verfestigen, nicht alleine zu sein und kommunizieren zu können.

Unsere Caféleitung hat immer ein offenes Ohr für die Belange ihrer Gäste.

Kleine Hilfestellungen beim Essen sind selbstverständlich.

Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, durch unseren Fahrdienst zum Essen geholt und anschließend wieder nach Hause gebracht zu werden.

Dienst und Gemeinschaft sind die Stichworte für den Besuchsdienst, der vom Quartier Herne Süd/Altenhöfen aus ins Leben gerufen wurde. Am Anfang stand der Gedanke, eine Dienstgemeinschaft zu fördern, die nicht auf patriarchalem Denken fußt, sondern die Wechselseitigkeit und Verwobenheit jedes Beziehungsgeflechts in den Mittelpunkt stellt.

Die Adressaten des Besuchsdienstes sind Menschen, die sich Geselligkeit in den eigenen vier Wänden wünschen und solche, die Geselligkeit über niedrige Schwellen tragen wollen. Dass beide Rollen auch einer Person zukommen können, ist dabei genau so selbstverständlich wie die Bereicherung des Lebens durch beide Seiten.

Um das Angebot nicht beliebig zu halten, übernimmt das Diakonische Werk Herne, vertreten durch Quartiermanager Stephan Chilla, die administrative Seite des Besuchsdienstes, bildet die Schnittstelle für alle Interessierten und organisiert gemeinsam mit einem Arbeitskreis der Diakoniepresbyter einen vierteiligen Qualifikations- und Fortbildungskurs, in dem Kommunikation, Ethik und Spezifika der Arbeit mit älteren Menschen thematisiert werden.

Interessenten melden sich bei Stephan Chilla unter 0 23 23 / 49 69 49 oder s.chilla@diakonie-herne.de .

Ein Auftakt erzeugt Aufmerksamkeit, er bereitet vor, hebt an und signalisiert: Jetzt geht’s los!

Die Quartierentwicklung des Diakonischen Werks in Crange startete mit einem fulminanten Auftakt in Form eines Quartierfestes. 500 Menschen fanden sich ein, um das neue Projekt zu begrüßen und sich einen Eindruck von dem Takt zu machen, den das quirlige Quartier kennzeichnet. Eines war sofort ersichtlich: Der Rhythmus wird kein einförmig wabernder sein, sondern sich auszeichnen durch ein spannungsvolles Verhältnis von besonnenen, bedarfsgerechten Maßnahmen und einzelnen, eruptiven Highlights. So wie das Quartiersfest im Diakonischen Zentrum Crange grundlegend kulinarisch überzeugen konnte und noch den kritischsten aller Besucher mit seinen Showeinlagen in Verzückung versetzte.

Kontakt: Dorothe Zuleski, Telefon 0 23 25 / 5 89 91 22, d.zulewski@diakonie-wanne.de

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Herne-Baukau bietet Senioren aus der weiteren Nachbarschaft die Möglichkeit in den Sommerferien eine Woche „Urlaub ohne Koffer“ zu machen ohne Koffer packen zu müssen.

„Urlaub ohne Koffer“ spricht Senioren an, die nicht mehr verreisen wollen oder können und allein leben. Hier ist der Ansatz des Projektes: Senioren die Möglichkeit zu bieten, eine Woche in Geselligkeit zu verbringen und doch jeden Abend im eigenen Bett zu schlafen.

Gespräche, Singen, Spielen, Gedächtnistraining, Informationen, gemeinsame Mahlzeiten – das sind nur einige Beispiele aus dem abwechslungsreich gestalteten Angebot der Urlaubswoche.

Das Gemeindezentrum St. Marien an der Bismarckstraße wird für diese Woche umfunktioniert. Ein Ess-, ein Ruhe- und ein Gemeinschaftsraum, in dem die vielfältigen Aktivitäten stattfinden, werden hergerichtet. Zudem können die Senioren draußen sitzen oder einen Spaziergang rund ums Gemeindezentrum machen. 20 bis 25 Senioren können teilnehmen. Das Alter liegt erfahrungsgemäß zwischen 70 und 96 Jahren.

Die Betreuung und Begleitung der Teilnehmer wird von 15 Ehrenamtlichen der Caritas-Konferenzen und der Kirchengemeinden übernommen. Die Ehrenamtlichen gestalten das Programm, erledigen das Organisatorische zwischendurch und kochen vor Ort das Mittagessen selbst. Für ein Gespräch mit den Senioren zwischendurch ist ebenfalls Zeit.

Durch die Netzwerke der Ehrenamtlichen erfährt das Projekt Unterstützung im gesamten Raum Alt-Herne und ermöglicht immer wieder weitere Vernetzungen.

Bereits zum dritten Mal konnte das Projekt mit Unterstützung des Caritasverbandes durchgeführt werden. Den Teilnehmern entstehen Kosten von circa 60 Euro für diese Woche.

Weiterführende Links zum Thema altersgerechte Quartiersentwicklung

Altengerechte Quartiere.NRW

Seite des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) zum Thema altengerechte Quartiersentwicklung.

Interessant ist unter anderem der sogenannte Modulbaukasten, in dem sich viele Praxisbeispiele und Instrumente altersgerechter Quartiersentwicklung recherchieren lassen.

Unser Quartier Röhlinghausen

Seite des Quartiersprojektes in Röhlinghausen mit zahlreichen Informationen zum Vorhaben und zu Angeboten im Quartier.

  • Seniorenfrühstück in Bickern
  • Reparatur-Cafe in Eickel
  • Begleitender Fahrdienst in Röhlinghausen