Integrationskurse

Mit der Durchführung der Integrationskurse werden private und öffentliche Träger beauftragt, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassen sind. Die Lehrkräfte, die im Integrationskurs unterrichten, müssen ein abgeschlossenes Studium "Deutsch als Fremdsprache" oder "Deutsch als Zweitsprache" vorweisen oder sich die Qualifikation durch eine spezielle Fortbildung erwerben. Hier folgen die Integrationskursträger im Stadtgebiet Herne in alphabetischer Reihenfolge (Stand: Juni 2015):

Der allgemeine Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtsstunden und einem Orientierungskurs mit 100 Unterrichtsstunden. Der Sprachkurs besteht aus Kursabschnitten mit jeweils 100 Stunden. Die ersten 300 Stunden werden Basissprachkurs genannt, die darauf folgenden 300 Stunden Aufbausprachkurs.
Im Sprachkurs lernen Sie den Wortschatz, den Sie zum Sprechen und Schreiben im Alltag brauchen. Dazu gehören Kontakte zu Behörden, Gespräche mit Nachbarn und Arbeitskollegen, das Schreiben von Briefen und das Ausfüllen von Formularen.
Der Orientierungskurs informiert Sie über das Leben in Deutschland und vermittelt Ihnen Wissen über die Rechtsordnung, die Kultur und die jüngere Geschichte des Landes.
Es gibt auch spezielle Integrationskurse zum Beispiel für Frauen, Eltern, Jugendliche sowie für Personen, die noch nicht richtig lesen und schreiben können. Diese Kurse dauern 1000 Unterrichtsstunden. Wenn Sie besonders schnell lernen, können Sie einen Intensivkurs besuchen. Dieser dauert nur 500 Unterrichtsstunden.
Welcher Kurs für Sie der richtige ist und mit welchem Kursabschnitt Sie beginnen sollten, stellt der Kursträger in einem Test vor Kursbeginn fest.

Sie lernen Deutschland kennen und erfahren das Wichtigste über die Gesetze und die Politik, die Kultur und die Geschichte Ihrer neuen Heimat. Sie erhalten Informationen über Ihre Rechte und Pflichten, aber auch über den deutschen Alltag, über Essen und Trinken, Traditionen, Vorschriften und Freiheiten. Die Werte des demokratischen Systems in Deutschland sind wichtige Themen des Kurses. Dabei geht es um Religionsfreiheit, um Toleranz und Gleichberechtigung zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Der Kurs umfasst 100 Unterrichtsstunden und schließt mit einem Test ab.

  • Neu zugewanderte Ausländerinnen und Ausländer Wenn Sie zum ersten Mal eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben und auf Dauer in Deutschland leben, haben Sie Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs. Sie haben sogar die Pflicht zur Teilnahme, wenn Sie sich noch gar nicht in deutscher Sprache verständigen können.
  • Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Teilnahme am Integrationskurs, wenn Sie neu zugewanderte Spätaussiedlerin oder neu zugewanderter Spätaussiedler sind. Diesen Anspruch haben Sie auch als Ehegattin oder Ehegatte oder Abkömmling, wenn Sie in den Aufnahmebescheid aufgenommen sind. Leben Sie bereits länger in Deutschland, können Sie an einem Integrationskurs teilnehmen, wenn Sie bis dahin noch keinen Sprachkurs in Deutschland besucht haben.
  • Bereits länger in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer sowie Unionsbürgerinnen und Unionsbürger Wenn Sie als Ausländerin oder Ausländer bereits länger und rechtmäßig in Deutschland leben oder wenn Sie Unionsbürgerin oder Unionsbürger sind, können Sie ebenfalls an einem Integrationskurs teilnehmen. Sie haben aber keinen Anspruch auf Teilnahme und werden nur in einen Kurs aufgenommen, wenn Sie einen Antrag stellen und ein Kursplatz frei ist.
  • Deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund
  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die noch eine Schule besuchen, können nicht teilnehmen.

Weitere Informationen bekommen Sie bei der örtlichen Ausländerbehörde, beim Integrations-Scout oder bei den zuständigen Beratungsstellen der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und des Jugendmigrationsdienstes.