Meldung vom 09. November 2017

Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht

Die Stadt Herne erinnerte in einer Gedenkveranstaltung an der Langekampstraße 38, dem Standort der ehemaligen Synagoge Wanne-Eickel an die Pogromnacht. Auch in Herne und Wanne-Eickel kam es zu massiven Ausschreitungen gegen Juden.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand gesteckt. Auch in Herne und Wanne-Eickel kam es zu massiven Ausschreitungen gegen Juden.

An der Langekampstraße verweist eine Tafel vor einer Mauer auf das ehemalige religiöse Gebäude. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda begrüßte Mitglieder der jüdischen Gemeinde, Schüler der Gesamtschule Wanne-Eickel und zahlreiche andere Bürger. „Dieser Standort ist ein Erinnerungsort, der uns vor Augen führt, dass auch jüdische Mitbürger aus unserer Stadt Opfer von Gewalt und Terror waren“, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Niemals dürfen wir vergessen, dass über 400 Herner jüdischen Glaubens von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Auch Menschen mit einer anderen politischen Meinung sowie Homo-sexuelle und Menschen mit Behinderungen", so Dudda weiter. Der Oberbürgermeister verwies auf die Notwendigkeit einer Erinnerungskultur, so wie sie in Herne beispielsweise in dem Projekt „Nahtstellen, fühlbar, hier …“ gepflegt wird. Außerdem nahm er zu aktuellen Entwicklungen Stellung: „Wir kennen die Geschichte und haben bei der letzten Bundestagswahl gesehen, wie stark rechte Gruppierungen werden können.“ Deshalb appellierte er an die Versammelten: „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich Hass und Intoleranz in unserer Gesellschaft verbreiten.“ Die Bürger dieser Stadt hätten gezeigt, dass „Herne weltoffen und tolerant ist - eine Stadt, die Menschen aus 120 Nationen als ihre Heimat betrachten.“ Zum Schluss forderte er dazu auf, in einer Schweigeminute an die Opfer des Nationalsozialismus zu denken.

Musikalisch umrahmt wurde die Rede von Darbietungen von Wolfhard Hupperts und Gregor Beckemeier. Beim abschließenden Musikstück („Palaces of time“ von Abraham Heschel und Basya Schechter) begleitete Salima Boybauan sie mit Gesang.