Meldung vom 09. November 2017

Mittwoch 15. November: Herner Tag der Menschen mit Demenz

Dr. Peter Nyhuis, Wolfgang Wessels und Lisa Binse mit Plakaten zum Demenztag in der Hand.

Selbstbestimmt und humorvoll leben mit einer Demenzerkrankung, geht das? Dieser Frage widmet sich der diesjährige Herner Tag der Menschen mit Demenz in Form von Vorträgen und Workshops.

Er findet am Mittwoch, 15. November 2017, in der Zeit von 12 bis 16 Uhr im St. Marien Hospital Eickel, Marienstr. 2, statt. Wie in jedem Jahr organisiert der Arbeitskreis „Gerontopsychiatrie/Runder Tisch Demenz Herne“ die Veranstaltung, und das bereits zum 11. Mal. Zahlreiche Herner Einrichtungen und Institutionen sind mit Informationsständen vertreten, beraten Bürgerinnen und Bürger zu passenden Angeboten an Hilfe, Unterstützung, Behandlung und Pflege für Menschen mit Demenz.

Die Unterstützung und Pflege der anwachsenden Gruppe von Menschen mit Demenz ist neben der individuellen auch eine große gesellschaftliche Herausforderung – schließlich soll Menschen mit Demenz möglichst lange die gewohnte Lebensqualität in ihrer Umgebung erhalten bleiben. Dabei geht mit der Diagnose Demenz oftmals die Befürchtung einher, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können und im Krankheitsverlauf einer unangemessenen Bevormundung ausgesetzt zu sein. Gerade die alltäglichen Dinge, wie die Freizeit- oder Essensgestaltung, bieten jedoch Möglichkeiten, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen und so den demenzerkrankten Angehörigen so gut es geht miteinzubeziehen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kommunikation untereinander: Da Menschen mit Demenz nach und nach ihre Fähigkeit zur verbalen Kommunikation verlieren, gewinnt die nonverbale und affektive, also gefühlsbetonte Kommunikation an Bedeutung. Sinn für Humor und Frohsinn sind Fähigkeiten, die alle Menschen, auch mit einer Demenz, von Geburt an bis zum Ende ihres Lebens besitzen. Humor und Lachen können insbesondere bei häufig beobachteten Angstzuständen und/oder Depressionen ihre positive Wirkung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden erzielen, indem Stresshormone reduziert und Endorphine, sog. „Glückshormone“, freigesetzt werden, was gleichzeitig das Immunsystem stärkt.

Wie Humor als wirkungsvolles Instrument im Alltag eingesetzt und Menschen mit Demenz noch lange am Leben teilhaben, eigene Entscheidungen treffen und damit ein selbstbestimmtes Leben führen können, erfahren Besucherinnen und Besucher unter anderem beim diesjährigen Tag der Menschen mit Demenz in Herne. Der Aktionstag wird von den Mitgliedern des Arbeitskreises „Gerontopsychiatrie/Runder Tisch Demenz Herne“ geplant. In diesem Arbeitskreis haben sich alle Einrichtungen und Fachleute zusammengeschlossen, die in Herne mit der Thematik Demenz befasst sind.

„Lachen trotz(t) Demenz“, „Was bedeutet Selbstbestimmung für Menschen mit Demenz?“ und „Neues aus der Forschung“ lauten die Titel der drei Vorträge, für die mit Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch, Rüdiger Jezewski und Dr. Idun Uhl ausgewiesene Experten als Referenten gewonnen werden konnten. Drei parallel stattfindende Workshops vertiefen, welche Rolle Humor im Umgang mit Demenzerkrankten spielt, welche Möglichkeiten der Vorsorge im Betreuungsfall es gibt und wie ein selbstbestimmtes Leben im Alltag ganz praktisch aussehen kann. Das Duo SaitenWind begleitet den Tag der Menschen mit Demenz musikalisch.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung können ihre dementen Familienangehörigen am Veranstaltungsort im St. Marien Hospital Eickel und in weiteren anderen Tagespflegeeinrichtungen im gesamten Stadtgebiet betreuen lassen. Hierfür ist eine telefonische Anmeldung erforderlich (Kontaktdaten können dem Programm-Flyer (PDF, 477 KB) entnommen werden)