Meldung vom 17. Oktober 2017

Abenteuer Zukunft: Jugendliche entdecken ihre Stärken

„komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“: Ein Projekt zur Stärkenentdeckung, Berufsorientierung und Lebensplanung für Schülerinnen und Schüler mit einem innovativen Erlebnisparcours in Herne. Eine Kooperation der Stadt Herne, der Agentur für Arbeit Bochum/Geschäftsstelle Herne und der RAG-Stiftung mit Unterstützung zahlreicher regionaler Institutionen der Berufsorientierung und Lebensplanung.

350 Jugendliche, rund 20 Einrichtungen aus dem Bereich der Berufsorientierung und Lebensplanung und 500 Quadratmeter Erlebnisparcours: das ist „komm auf Tour“ im Stadtteilzentrum Pluto. Bis Mittwoch, 18. Oktober 2017, konnten Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen aus Herner Förder-, Haupt-, Gesamt- und Realschulen, unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Herne, Dr. Frank Dudda, ihre Stärken entdecken.

„Du kannst mehr, als du bislang weißt.“ – Mit Tempo geht es durch sechs Stationen: vom Reiseterminal über den Zeittunnel ins Labyrinth und von der sturmfreien Bude über die Bühne in die Auswertung. Je nach Wahl von Aufgabe und Lösungsweg vergibt die Moderation verschiedene Stärken an die Schülerinnen und Schüler. An so genannten „Stärkeschränken“ mit spannenden Materialcollagen erfahren die Jugendlichen am Schluss, welche Tätigkeiten und Berufsfelder zu ihren Stärken passen. Auf diese Weise werden Jugendliche aller Schulformen frühzeitig und handlungsorientiert unterstützt, verschiedene Wahlmöglichkeiten für die geschlechtersensible Gestaltung ihrer beruflichen und persönlichen Zukunft zu erkennen.

Kooperationen fördern – „komm auf Tour“ unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern sowie außerschulischen Partnerinnen und Partnern der Berufsorientierung und Lebensplanung: Bei einem Elternabend erfahren Eltern und Bezugspersonen alles rund um das stärkenorientierte Projekt, lernen regionale Institutionen und deren Angebote kennen und erfahren wie sie ihre Tochter oder ihren Sohn bei dem Prozess der Berufswahl und Lebensplanung bis zum Schulabgang konkret unterstützen können. Lehrkräfte erhalten Anregungen wie sie die Themen Berufsorientierung und Lebensplanung im Unterricht nachbereiten können und mit Elementen von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verknüpfen können. Regionale Partnerinnen und Partner unterstützen „komm auf Tour“ in unterschiedlichen Formaten und knüpfen erste Kontakte zu den Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften.

Hintergrundinfos zum Thema Berufsorientierung – Bei rund 330 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten ist es für Jugendliche nicht einfach, sich zu orientieren. Die Bundesagentur für Arbeit engagiert sich daher auf vielfältige Weise für eine frühzeitige berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Unter dem Motto „Prävention statt Reparatur“ unterstützen Berufsberaterinnen und Berufsberater der Arbeit tatkräftig das Projekt „komm auf Tour“.

"Es ist wichtig, dass ihr hier seid und es ist wichtig, dass ihr nach euren Stärken schaut", sagte Oberbürgermeister in seiner Begrüßung einer Gruppe von Hans-Tilkowski-Schule. Rainer Ruth vom Schulamt für die Stadt Herne betonte: Ich bin froh, dass das Programm wieder in Herne Station macht. Der Zuspruch ist das. Die Schulen nehmen das Angebot gerne an

„Das Projekt ist für Schüler der Klasse Sieben konzipiert und bietet einen guten und spielerischen Einstieg, sich erstmalig mit seiner beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Das Ganze soll Spaß machen und die jungen Menschen sollen sich früh positiv mit der späteren Berufswahl auseinandersetzen“, so Christian Kornberg, Bereichsleiter der Jugendberufsagenturen Bochum und Herne (Agentur für Arbeit). Er betont, wie wichtig es sei, bereits in diesem Lebensalter die Weichen für das spätere Berufsleben zu stellen. Kornberg sieht in „komm auf Tour“ einen guten Türöffner für alle weiteren Berufskundeaktivitäten: „Ab der achten Klasse unterrichten unsere Berufsberater im Klassenverband oder individuell im persönlichen Gespräch. Wir stellen immer wieder fest, dass ein enorm hoher Bedarf an Berufskunde vorhanden ist, zumal die meisten Jugendlichen sich nur auf wenige Berufe fokussieren, der Fachkräftebedarf aber vielfältig und breit gestreut ist. Frühe und kontinuierliche Aufklärungsarbeit bringt da weiter.“

Und auch die RAG-Stiftung unterstützt die frühzeitige Förderung von Stärken und Talenten. „In meiner Funktion als Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr liegen mir die chancengerechte Förderung junger Talente im Ruhrgebiet und die Erhöhung der Lebensqualität im Revier besonders am Herzen. Frühzeitige Berufsorientierung und Berufsvorbereitung für alle Kinder und Jugendliche sind hierfür besonders wichtig. Mit „komm auf Tour“ können Schüler ihre eigenen Talente entdecken und Stärken ausprobieren. Wir unterstützen das Angebot mit großer Überzeugung.“, erklärt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung.

Hintergrundinfos zum Thema Lebensplanung – Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegen, dass eingeschränkte Berufsperspektiven vor allem bildungsbenachteiligte Jugendliche in ihrer persönlichen Lebensgestaltung negativ beeinflussen. In der Tendenz riskieren sie häufiger ungeplante Schwangerschaften und haben eher Schwierigkeiten, gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen. Die Entwicklung realisierbarer Zukunftsperspektiven ist neben Verhütungsinformation der wirkungsvollste Beitrag zur Prävention unerwünschter Schwangerschaften. Dazu gehören die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und das Vertrauen in die eigenen Stärken. Diese zu kennen, hilft weiter: im Alltag, in Beziehungen und natürlich vor allem, wenn die Berufswahl ansteht.